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	<title>basta ! &#187; Schwimmbäder</title>
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		<title>Gecken unter sich</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 19:05:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport+Feierabend]]></category>
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		<description><![CDATA[Am vergangenen Montag tagte wieder einmal der Stadtrat. Warum er das eigentlich immer noch tut, werden wahrscheinlich auch die beteiligten Ratsparteien kaum mehr beantworten können. Entscheidungen und Debatten dienen ohnehin ausschliesslich der Exekution der Stadt Wuppertal. Kein Geld, keine Entscheidungsfreiheit, keine Ideen. Und wenn es doch einmal etwas zu bereden gäbe, beschliesst der Rat selber, doch lieber nicht darüber zu sprechen. Das Ergebnis des müssigen Rituals diesmal: die absehbare Schliessung von Schwimmbädern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="pf-content"><p>Selbstamputationen stehen hoch im Kurs derzeit. In den Kinos zum Beispiel. In der vielbesprochenen Verfilmung einer wahren Begebenheit, &#8220;127 Stunden&#8221;, behält ein Bergsteiger sein Leben nur, weil er sich irgendwann den Arm abschneidet. Ob es die Stadt Wuppertal und die ihre Belange entscheidenden Akteure jemals auf die grosse Leinwand schaffen werden, ist allerdings fraglich. Und ob es auch in diesem Fall zum Überleben reichen wird, darf ernsthaft bezweifelt werden.</p>
<p>Für eine Verfilmung reicht es wohl schon deshalb nicht, weil sich die Handelnden von CDU, SPD und die mit ihnen stimmenden Stadtverordneten von FDP und WfW ihre Lage offenbar nicht eingestehen wollen. Anders ist nicht zu erklären, wie sie am Montag eine vorgebliche Lösung für die von der Schliessung bedrohten Schwimmbäder der Stadt feiern konnten, deren Konsequenz schon jetzt absehbar ist – Arm ab nämlich.<br />
<span id="more-2180"></span><br />
<strong>Entlassen in eine ungewisse Zukunft</strong></p>
<p>Im offenkundigen Bemühen, die hier schon in einem der letzten Artikel <a title="Über die Vergeblichkeit" href="http://basta-wuppertal.de/2011/02/uber-die-vergeblichkeit/" target="_blank"><strong>konstatierte Vergeblichkeit</strong></a> kommunalen Tuns zu ignorieren, feierten die Mehrheitsfraktionen einen Beschluss zur Zukunft der öffentlichen Schwimmbäder ab, der das Schicksal in die Hände von Bürgerinitiativen legt – ohne denen dabei zu helfen, die wichtigen Sport- und Freizeiteinrichtungen dauerhaft betreiben zu können. Die klare Absage an städtische Betriebskostenzuschüsse im Gepäck, und mit zum Teil hohem Sanierungsbedarf an den Einrichtungen wurden die Bürgervereine, die sich um die bedrohten Stadtteilbäder gebildet haben, in eine ungewisse und kaum zu bewältigende Zukunft entlassen. Ihre Unterstützung bestand aus wohlfeilen Worten zum Bürgerengagement, das der Stadt in einer schweren Zeit helfe. Diesen allgemeinverbindlichen Bekenntnissen durfte eine ernsthafte Debatte um die Zukunft öffentlicher Aufgaben nicht im Weg stehen.</p>
<p>Die Konstruktionsprobleme einer solchen Übergabe der vollen Verantwortung an die Bürger_innen bleiben deshalb ausgeblendet. Weder die prinzipiellen Fragen nach einer sozialen und demokratischen Kontrolle von in Bürgerhand privat geführten Einrichtungen, noch wichtige Einzelfragen, wie zum Beispiel nach der zukünftigen Höhe einer Pacht für die städtischen Grundstücke, wurden thematisiert. Obwohl die Fördervereine teilweise seit Wochen auf entsprechende Aussagen warten, erhielten sie zum Start in ihre Zukunft als &#8220;Schwimmbadbesitzer_innen&#8221; nichts als die vage Zusage, die zukünftige Pacht nicht gegen ihre Interessen festzusetzen. Somit fehlt den betroffenen &#8220;Bürgerbädern&#8221; eine echte Kalkulationsgrundlage, die Grundvoraussetzung für eine zukünftige Festsetzung der Eintrittspreise und für Entscheidungen zu notwendigen Investitionen ist.</p>
<div id="attachment_2181" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2011/03/stadtbad_1.jpg" rel="lightbox[2180]" title="stadtbad_1"><img class="size-medium wp-image-2181" title="stadtbad_1" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2011/03/stadtbad_1-450x243.jpg" alt="" width="450" height="243" /></a><p class="wp-caption-text">Wuppertaler Schwimmer_innen auf der Suche nach Wasser</p></div>
<p><strong>Soziale und demokratische Kontrolle: Fehlanzeige</strong></p>
<p>Und wie bei anderen Fällen einer &#8220;weichen Privatisierung in Bürgerhand&#8221;, werden die Wuppertaler_innen darauf angewiesen sein, dass die neuen privaten Betreiber der zuvor städtischen Einrichtungen von sich aus sozial verantwortungsbewusst handeln – dass sie nicht an der Eintrittspreisschraube drehen und dass sie nicht ausschliesslich auf billige Arbeitskräfte des zweiten Arbeitsmarktes zurückgreifen – eine Entwicklung, die durch die Hintertüre letztlich doch wieder öffentliche Quasi-Subventionen, z.B. über ausgleichende Zahlungen an schlecht bezahlte Schwimmmeister_innen oder an andere Arbeitskräfte notwendig machen würde.</p>
<p>Anstatt offen darüber zu streiten, wie angesichts der Alternative der Schliessung fast aller städtischen Schwimmbäder eine Mindestversorgung mit Sport- und Freizeitstätten in den jeweiligen Quartieren erreicht werden kann, ohne dabei soziale Standards zu verletzen, wurden die Sprecher_innen der Ratsfraktionen der GRÜNEN und der LINKEN, die genau diese Fragen aufwarfen, als bornierte Bürgerfeinde verunglimpft, die Bürgerengagement grundsätzlich misstrauen und freiwilliges Engagement mit Füssen treten. Dabei wäre eine offene Diskussion darüber, wie eine soziale und demokratische Kontrolle aufgegebener und an private Träger übertragener öffentlicher Einrichtungen gewährleistet werden kann, absolut überfällig.</p>
<p>Es war ein unwürdiges Schauspiel, was die Mehrheitsfraktionen – sekundiert von der FDP – bei der Debatte zur Zukunft der Bäder ablieferten. Als Bernhard Sander für die LINKE notwendige Mindeststandards bei Arbeitsplätzen und Eintrittspreisen ansprach, entblödeten sich einzelne nicht, vollkommen sinnbefreit mit Verweisen auf die DDR zu antworten. Es war ein Verhalten wie im Vorschulkindergarten – das Schlimmste daran: Viele Stadtratsverordnete scheinen solche ablenkenden Scheindebatten nichtmal als taktisch-politisches Vorgehen zu werten, sondern bierernst zu meinen. Im Anschluss an die Ratssitzung liessen sich auf den Gängen Lokalpolitiker beobachten, die angesichts der &#8220;empörenden&#8221; und &#8220;unverschämten&#8221; Bedenken von GRÜNEN und LINKEN noch immer fassungslos waren&#8230;</p>
<p><strong>Es trifft wieder die ärmsten Stadtteile</strong></p>
<p>Unter dem Strich bleibt, dass sich die Stadtverordneten nicht die peinliche Blösse geben mussten, auf einen Streich fast die gesamte Bäderlandschaft Wuppertals abzuwracken – die Verantwortung dafür wurde stattdessen privaten Trägervereinen zugeschoben, die es nun am Hacken haben, die Schwimmbäder zu erhalten. Dass die Trägervereine das mitmachen und die sofortige Abwicklung der Schwimmbäder verhindern, ist lobenswert, aber nicht unbedingt weitsichtig. Nicht alle Fördervereine haben sich am letzten Montag derart in die Pflicht nehmen lassen. Für das Freibad Mirke wird es voraussichtlich keine Rettung geben, weil der dortige Förderverein die Verantwortung für die unübersehbaren Kosten einer Sanierung ohne verbindliche, langfristige Zusagen der Stadt nicht tragen kann und will. Der für diesen Sommer vorgesehene Notbetrieb als &#8220;Riesensandkasten&#8221; wird das Siechtum des alten Bades leider wohl nur verlängern.</p>
<p>Dass ausgerechnet das Bad mit der wichtigsten sozialen Bedeutung auf der Strecke bleiben wird, ist für die betroffenen Stadtteile im Norden Elberfelds eine Katastrophe. Eine Tatsache, auf die auch die vor dem Rathaus demonstrierenden jungen Wasserballer des SSC Hellas letzten Endes vergeblich aufmerksam zu machen versuchten. Mit der Schliessung &#8220;der Mirke&#8221; verlieren gerade die Quartiere mit dem höchsten Armutsrisiko der Stadt ihre oft letzte Freizeitmöglichkeit, die für viele, die dort wohnen, zugleich oft als Ersatz für den für sie unbezahlbaren Urlaub an fernen Stränden herhalten musste. Für sie dürfte auch der Hinweis auf die noch vorhandenen Schwimmbäder in anderen Stadtteilen nicht hilfreich sein, bedenkt man die hohen Beförderungskosten im örtlichen Nahverkehr.</p>
<div id="attachment_2183" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2011/03/stadtbad_2.jpg" rel="lightbox[2180]" title="stadtbad_2"><img class="size-medium wp-image-2183" title="stadtbad_2" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2011/03/stadtbad_2-450x243.jpg" alt="" width="450" height="243" /></a><p class="wp-caption-text">In Zukunft Trockenwasserball: Die jungen Wasserballer des SSC Hellas</p></div>
<p><strong><br />
Gesprächsverweigerung und Narhallamarsch</strong></p>
<p>Die Debatte über die Zukunft der Schwimmbäder zum Ende der Februar-Sitzung war jedoch nicht der Tiefpunkt demokratischer Diskussionskultur im Wuppertaler Stadtrat. Den hatten zuvor alle Ratsfraktionen ausser DIE LINKE abgeliefert, als sie sich im demokratischen Konsens darauf verständigten, über eine sehr wichtige Angelegenheit erst gar nicht reden zu wollen. Obwohl der Aufmarsch der Nazis am 29.01. und der diesen ermöglichende fragwürdige Polizeieinsatz fast alle Wuppertaler_inen auf diese oder jene Art betroffen hatte, verweigerte der Stadtrat jede Debatte über eine eigentlich von der LINKEN gewünschte Resolution des Stadtrates dazu.</p>
<p>Dabei war der vorgelegte Resolutionstext der LINKEN eher harmlos – es handelte sich um eine fast wörtliche Übernahme einer Stellungnahme eines SPD-Funktionärs, die dieser unter dem Eindruck der Geschehnisse nach jenem Samstag abgegeben hatte. Da die Wuppertaler SPD jedoch eine Konfrontation mit ihrem Kooperationspartner – der CDU – wohl um jeden Preis verhindern wollte, und auch nicht gegen den Wortlaut einer Stellungnahme eines der ihren stimmen mochte, wurde jede Diskussion dazu mithilfe von &#8220;Verfahrenstricks&#8221; (der Stadtrats-Verordnete der LINKEN, Gerd-Peter Zielezinski) unterbunden. Die Ereignisse rund um die grösste politische Manifestation in Wuppertal seit über zwanzig Jahren – (am 29.01. demonstrierten über 5.000 Wuppertaler_innen gegen die Nazidemo) – zu tabuisieren, ist ein absolutes Armutszeugnis der im Stadtrat vertretenden Parteien. (Der vorgelegte Resolutionstext findet sich am Ende des Artikels zum Download als pdf-Datei.)</p>
<p>Zwischen kommunaler Handlungsunfähigkeit und Diskussionsverweigerung fand der Stadtrat ansonsten nur noch Zeit, das zwischenzeitlich erschienene Kinderprinzenpaar des Wuppertaler Karnevals zu begrüssen. Den tapferen Beobachter_innen der ganzen Angelegenheit drängte sich dabei der Eindruck auf, dass das Lokalparlament bei der Begrüssung der bunt geschmückten Gecken durch den &#8220;Stadtfürsten&#8221; Peter Jung ganz bei sich war. Fehlen nur noch Pappnasen und Narhallamarsch nach den nächsten Entschlüssen zur sozialen und kulturellen Demontage unserer Stadt.</p>
<p><em>Tumultartige Reaktionen bei der Rede von Gerd-Peter Zielezinski</em></p>
<p><object width="450" height="283"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/PYDibyxilWk?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/PYDibyxilWk?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="450" height="283"></embed></object></p>
<p>Download: <a title="Resolutionsentwurf DIE LINKE" href="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2011/03/Ratsfraktion-der-offenen-Liste-DIE-LINKE-Wuppertal_-Resolution-zum-Polizeieinsatz-am-29.-Januar-2011.pdf" target="_blank"><br />
<strong>Der Resolutionsentwurf im Wortlaut</strong></a></p>
</div><div class="tweetthis" style="text-align:left;"><p> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://twitter.com/intent/tweet?text=basta+%21+Gecken+unter+sich+http%3A%2F%2Fis.gd%2FTcs7eN" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/de/twitter/tt-twitter-micro3.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://delicious.com/post?url=http://basta-wuppertal.de/2011/03/gecken-unter-sich/&amp;title=Gecken+unter+sich" title="Post to Delicious"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/en/delicious/tt-delicious-micro3.png" alt="Post to Delicious" /></a> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://basta-wuppertal.de/2011/03/gecken-unter-sich/&amp;t=Gecken+unter+sich" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/en/facebook/tt-facebook-micro3.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://stumbleupon.com/submit?url=http://basta-wuppertal.de/2011/03/gecken-unter-sich/&amp;title=Gecken+unter+sich" title="Post to StumbleUpon"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/en/su/tt-su-micro3.png" alt="Post to StumbleUpon" /></a></p></div>]]></content:encoded>
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		<title>basta! bremst Lokomotive aus.</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Sep 2010 10:54:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Grr</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das basta!-Running-Team hat sich am 18.09 mit großem Erfolg am Ronsdorfer Talsperrenlauf beteiligt. An dieser Stelle dokumentieren wir die sportlichen Höchstleistungen, die von unserem Team für basta! erbracht wurden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="pf-content"><p>Das <em><strong>basta!-Running-Team</strong></em> hat sich am 18.09 mit großem Erfolg am Ronsdorfer Talsperrenlauf beteiligt. An dieser Stelle dokumentieren wir die sportlichen Höchstleistungen, die von unserem Team für <em><strong>basta!</strong></em> erbracht wurden.<span id="more-1573"></span></p>
<div id="attachment_1593" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Team.jpg" rel="lightbox[1573]" title="Team"><img class="size-medium wp-image-1593" title="Team" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Team-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">Das basta!-Running-Team</p></div>
<div id="attachment_1589" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Start.jpg" rel="lightbox[1573]" title="Start"><img class="size-medium wp-image-1589" title="Start" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Start-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">Leuchtturm am Start!</p></div>
<p>Pünktlich und mit genügend Zeit zum Aufwärmen traf unser Team 15 Minuten vor dem Start am Wettkampfort ein. Nachdem schnell die Startnummern abgeholt wurden, konnte auch schon das Aufwärmtraining beginnen. Auch die Fankurve ließ sich zu etwas Bewegung hinreißen, da es trotz Sonnenschein recht frisch war. Völlig unerwartet bekam das Team dann kurz vor dem Start Verstärkung. Der Leuchtturm, das wichtigste Wuppertaler Prestige-Projekt, lief sich warm.</p>
<p>Hoch motiviert besetzten unsere Läufer_innen und der Leuchtturm die erste Startreihe. OB Jung tauchte kurz auf, wurde aber unbeachtet rechts stehen gelassen. Nachdem der Startschuss gefallen war, profitierten unsere Athleten von ihrer guten Startposition. Ihre orange-farbigen Trikots waren immer im vorderen Teil des Feldes zu sehen. Noch besser zu sehen war der Leuchtturm. Dass er plötzlich am Start auftauchte, und einen fulminanten Antritt hinlegte, muss alle anwesenden Stadtstrategen schwer demoralisiert haben.</p>
<p>Der größte Teil des Sportpublikums freute sich offensichtlich über den exklusiven Anblick dieser neuen Wuppertaler Attraktion. Lediglich Jung machte einen etwas irritierten Eindruck. Er war kurz vorbei gekommen, um eine Siegerehrung durchzuführen und das 10Km Rennen mit routiniertem Schusswaffeneinsatz zu starten. Anscheinend war er dann so überrascht darüber, dass ihn sein Leuchtturmprojekt jetzt sogar zu Pflichtterminen im tiefsten Wuppertaler Süden begleitet, dass er lieber schnell das Weite suchte. Oder er wollte auf keinen Fall einen sportlichen Wettkampf mit Basta! riskieren.</p>
<p>Die sportliche Herausforderung angenommen hat bekanntlich der SPD-Ratsabgeordnete Andreas Mucke. Zur Erinnerung: Sollte unser Team gegen Mucke gewinnen, würde er sich zusammen mit Basta! für den Erhalt der Schwimmbäder einsetzen. Gewinnt er, kümmert sich unsere Guerilla-Gardening Abteilung um eine verwahrloste städtische Grünfläche.</p>
<p>Beim ersten Zieldurchlauf (es wurden 2&#215;5 Km gelaufen) war schnell klar, wer dieses Rennen dominiert. Alle unserer Starter_innen kamen mit komfortablem Vorsprung auf Mucke durch die erste Zielpassage. So konnte sogar eine kleine Unterhaltung mit den Fans eingeschoben werden. Die mitgereisten Anhänger der <em><strong>basta!</strong></em>-Equipe wussten ab diesem Zeitpunkt, dass der Wettkampf zu unseren Gunsten entschieden ist und konnten sich mit Wurst und Getränken verpflegen.</p>
<div id="attachment_1590" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Passage.jpg" rel="lightbox[1573]" title="Passage"><img class="size-medium wp-image-1590" title="Passage" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Passage-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Wo ist denn der Herr Mucke&quot;?</p></div>
<p>Währenddessen wurde es im Feld plötzlich doch noch hektisch. Wie aus dem Nichts tauchte der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Bialas hinter unserer Spitzengruppe auf. An die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gehend, wollte er offenbar eine Blamage für seine Partei verhindern. Schon vor dem Start erlag Mucke der Illusion, dass Herr Bialas zu schnell für uns sei. Hier wurde durch unseren Gegner eindeutig Personal von der Landtagsfraktion eingekauft und heimlich an den Start geschickt. Aber es sollte nicht helfen, diesen gemeinen Trick ließ unser Team sich nicht bieten. Als er in Sichtweite unserer Spitzengruppe auftauchte, verschärfte diese das Tempo, so dass Bialas nicht folgen konnte. Danach ward er nicht mehr gesehen.</p>
<p>In bester Laune erreichten unsere Starter_innen in Zeiten zwischen 50 und 55 Minuten das Ziel. Als alle schon gemütlich zusammen saßen, begannen einige, sich Sorgen zu machen. Mucke war nach einer gefühlten Viertelstunde (tatsächlich waren es 8 lange Wettkampfminuten) immer noch nicht zu sehen. Als gerade der<strong><em> basta!</em></strong>-Suchtrupp losgehen wollte, schleppte er sich dann doch ins Ziel.</p>
<div id="attachment_1591" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Gewonnen.jpg" rel="lightbox[1573]" title="Gewonnen"><img class="size-medium wp-image-1591" title="Gewonnen" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Gewonnen-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">basta! feiert den Sieg</p></div>
<p>Zum Abschied bot uns ein offenbar völlig abgekämpfter Andreas Mucke ein Fußballspiel gegen die Mannschaft des Rates an. Wir stellen in diesem Zusammenhang fest, dass völlig ungeklärt ist, wer bei diesem Risikospiel für die Sicherheit verantwortlich sein soll. Die Problemfans aus dem Umfeld der Wuppertal-Bewegung sind ja bereits bei der Eröffnung der Nordbahntrasse durch Krawalle und grobe Unsportlichkeiten aufgefallen.</p>
<p>Nun bleibt abzuwarten, ob Herr Mucke seinen Wetteinsatz einlöst und sich fortan für den Erhalt der günstigen Schwimmbäder und aller anderen Errungenschaften, die eine soziale Stadt ausmachen, stark macht. Wir werden ihn jedenfalls dazu drängen und ihn beobachten. Zum Beispiel am Montag bei der Ratssitzung.</p>
<p><strong>Avanti Popolo</strong></p>
</div><div class="tweetthis" style="text-align:left;"><p> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://twitter.com/intent/tweet?text=basta+%21+basta%21+bremst+Lokomotive+aus.+http%3A%2F%2Fis.gd%2Fm01xsm" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/de/twitter/tt-twitter-micro3.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://delicious.com/post?url=http://basta-wuppertal.de/2010/09/basta-bremst-lokomotive-aus/&amp;title=basta%21+bremst+Lokomotive+aus." title="Post to Delicious"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/en/delicious/tt-delicious-micro3.png" alt="Post to Delicious" /></a> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://basta-wuppertal.de/2010/09/basta-bremst-lokomotive-aus/&amp;t=basta%21+bremst+Lokomotive+aus." title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/en/facebook/tt-facebook-micro3.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://stumbleupon.com/submit?url=http://basta-wuppertal.de/2010/09/basta-bremst-lokomotive-aus/&amp;title=basta%21+bremst+Lokomotive+aus." title="Post to StumbleUpon"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/en/su/tt-su-micro3.png" alt="Post to StumbleUpon" /></a></p></div>]]></content:encoded>
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		<title>Samstag: (Volks)Lauf für Schwimmbäder!</title>
		<link>http://basta-wuppertal.de/2010/09/volkslauf-fur-schwimmbader-basta-fordert-stadtrat-heraus/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 18:25:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Aktionsbündnis basta! fordert am Samstag im Rahmen des Ronsdorfer Talsperrenlaufs den Stadtrat in Person des SPD-Verordneten Andreas Mucke zu einem Laufduell mit Wetteinsatz heraus!

Gewinnen wir, bleiben die Schwimmbäder; gewinnt Andreas Mucke, übernimmt unser Guerilla-Gardening die Pflege einer verwahrlosten kommunalen Grünfläche. Kommt zahlreich als Unterstützer_innen zum (Volks-)Lauf in Ronsdorf! Für die Schwimmbäder, für Sportmöglichkeiten für alle in dieser Stadt!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="pf-content"><p><a href="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Mirke-Wal-DSC01011.jpg" rel="lightbox[1548]" title="Mirke Wal DSC01011"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1551" title="Mirke Wal DSC01011" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/uploads/2010/09/Mirke-Wal-DSC01011-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Während wir die Meldeliste des <a href="http://www.lc-wuppertal.de/">44. Wuppertaler Volkslaufes &#8220;Rund um die Ronsdorfer Talsperre&#8221;</a> am 18.09.2010 studieren, auf einmal Stirnrunzeln: Gemeldet ist für den 10km-Hauptlauf, in der Altersklasse M(ännlich)40 ein gewisser &#8220;Andreas Mucke&#8221;, bekannt als SPD-Ratsmitglied, ARGE-Beirat, Sparkassenbeirat etc. Er läuft unter der durchaus kecken Vereinsbezeichnung &#8220;Lokomotive Stadtrat&#8221;, die mit ihrem Ostblock-Sprech (vergl.: Lokomotive Moskau, Leipzig, Potsdam) vermutlich ironisierend auf ehemalige soziale Versatzstücke in der Politik seiner Partei, bzw. seiner eigenen Vergangenheit anspielen soll. Das <strong><em>basta!</em>-running team</strong> lässt sich jedenfalls nicht zweimal bitten und entsendet gleich vier Läufer_innen, um der Stadtrat-Lokomotive Paroli zu bieten!</p>
<p><strong> Und damit nicht einfach nur gelaufen wird, fordern wir Andreas Mucke zu einem besonderen &#8220;Wett&#8221;-Einsatz heraus:</strong></p>
<p>Gewinnt das <strong><em>basta!-Running Team</em></strong>, wird sich Herr Mucke fortan mit äußerster Entschlossenheit für den Erhalt aller Wuppertaler Freibäder einsetzen und für eine ausreichende Personalausstattung auch der Wuppertaler Hallenbäder kämpfen! Damit auch die schleichende Schließung gestoppt wird!</p>
<p>Wir meinen, dass <strong>jeder</strong> die Möglichkeit haben muss, zu erschwinglichen Preisen schwimmen zu gehen, insbesondere, wenn es schon nicht für einen Urlaub reicht.</p>
<p>Gewinnt wider Erwarten Herr Mucke, dann kann er im Stadtrat so weitermachen wie bisher … und das <strong><em>basta!-Guerilla Gardening</em></strong> wird, ggf. in Absprache mit dem städtischen Ressort &#8220;Grünflächen und Forsten&#8221; eine der wegen Geldnot (bzw. falscher Verteilung des Geldes) brachliegenden öffentlichen Flächen begärtnern.</p>
<p>Die Einlösung der Wette kann dann am Montag bei der nächsten Stadtratssitzung abgesprochen werden.</p>
<p>Wir fordern Alle Freunde_innen auf, sich weiter gegen offene Streichungen und schleichendes Abwürgen nicht nur der Bäder (z.B. auch der Jugendtreffs) zu engagieren! Und am Samstag das <strong><em>basta!-Running Team</em></strong> zu unterstützen!!</p>
<p><strong>Start 16:45 Uhr an der Gesamtschule in Ronsdorf. Möge das Volk gewinnen!</strong></p>
</div><div class="tweetthis" style="text-align:left;"><p> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://twitter.com/intent/tweet?text=basta+%21+Samstag%3A+%28Volks%29Lauf+f%C3%BCr+Schwimmb%C3%A4der%21+http%3A%2F%2Fis.gd%2FYJ3j6o" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/de/twitter/tt-twitter-micro3.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://delicious.com/post?url=http://basta-wuppertal.de/2010/09/volkslauf-fur-schwimmbader-basta-fordert-stadtrat-heraus/&amp;title=Samstag%3A+%28Volks%29Lauf+f%C3%BCr+Schwimmb%C3%A4der%21" title="Post to Delicious"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/en/delicious/tt-delicious-micro3.png" alt="Post to Delicious" /></a> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://basta-wuppertal.de/2010/09/volkslauf-fur-schwimmbader-basta-fordert-stadtrat-heraus/&amp;t=Samstag%3A+%28Volks%29Lauf+f%C3%BCr+Schwimmb%C3%A4der%21" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/en/facebook/tt-facebook-micro3.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a target="_blank" rel="nofollow" class="tt" href="http://stumbleupon.com/submit?url=http://basta-wuppertal.de/2010/09/volkslauf-fur-schwimmbader-basta-fordert-stadtrat-heraus/&amp;title=Samstag%3A+%28Volks%29Lauf+f%C3%BCr+Schwimmb%C3%A4der%21" title="Post to StumbleUpon"><img class="nothumb" src="http://basta-wuppertal.de/basta/wp-content/plugins/tweet-this/icons/en/su/tt-su-micro3.png" alt="Post to StumbleUpon" /></a></p></div>]]></content:encoded>
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		<title>„Dies ist eine wirklich lebenswerte Stadt. Bis jetzt.“</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 13:01:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.lamp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiraum]]></category>
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		<description><![CDATA[Interview mit HSK-Betroffenen. Nach Bekanntgabe des HSK kam es auch zu Solidarisierungen und zum Austausch zwischen verschiedenen vom Totsparen Betroffenen und Einrichtungen.  Ende Januar sprach das Bündnis „WuppertalerInnen gegen das Totsparen“ – ein basta! - Vorläufer – mit Heiner und Rosie vom Verein „Pro Mirke“ und Kulturschaffenden aus dem Theaterbereich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="pf-content"><p><em>Schon kurz nach der Bekanntgabe des HSK kam es – statt zu dem befürchteten Hauen und Stechen – auch zu Solidarisierungen und zum Austausch zwischen den verschiedenen  vom Totsparen betroffenen bzw. bedrohten Einrichtungen.  Am Rande des 24-Stunden-Theaters Ende Januar sprach  das Bündnis „WuppertalerInnen gegen das Totsparen“ – ein basta!Vorläufer – mit Heiner und Rosie vom Verein „Pro Mirke“ und Kulturschaffenden aus dem Theaterbereich.  Der Verein „Pro Mirke“  kämpft für den Erhalt des Mirker Freibads und hat ein Konzept für einen ökologischen Umbau des  hundertfünfzigjährigen Bürger- und Arbeiterbad entwickelt. Christian und Korinna<a href="#_ftn1"><strong>[1]</strong></a> arbeiten als Kulturschaffende und wehren sich gegen die Kürzungspläne. Nicht nur gegen das Aus für das Schauspielhaus, denn sie wollen auch schwimmen gehen können, wenn sie gerade nicht auf der Bühne sind. Genau wie Heiner und Rosie in einer Stadt mit einem Theater leben wollen. </em></p>
<p><em> </em>Frage: <em>Wie ist derzeit eure Situation und der finanzielle Spielraum in euren Bereichen, und was befürchtet ihr wird mit dem Haushaltssicherungskonzept auf euch zukommen?</em></p>
<p>Christian: Die Wuppertaler Bühnen sollen nach dem HSK 2 Mio. Euro einsparen. Das sind 85 Prozent der Personalkosten; also müssen 40 bis 50 Mitarbeiter gefeuert werden. Ein Theater in Wuppertal wäre dann nicht mehr möglich – selbst dann nicht, wenn es nur auf Sparflamme laufen würde.</p>
<p>Korinna: Mir scheint, das Entscheidungskriterium für die geplanten Sparmaßnahmen war nicht so sehr, in welchen Bereichen sinnvoll viel Geld gespart werden könnte, sondern wo der geringste Widerstand zu erwartend war. An so vielen Ecken könnte eingespart werden, aber wen treffen die meisten Einsparungen? Die Kultur. Hier wird die Diskussion auch am emotionalsten geführt und über die Frage nach dem Wert der Kultur glatt übersehen, dass es hier noch um viel mehr, nämlich die Frage der Handlungskompetenz der betroffenen Städte geht &#8211; wir werden ja sonst faktisch aus Düsseldorf regiert.</p>
<p>Heiner: Um es deutlich zu sagen, es geht hier nicht um Einsparungen, es geht um Standortschließungen. Für das Schauspielhaus bedeutet eine Umsetzung der Pläne das Aus, und das ist bei den Schwimmbädern genauso.</p>
<p>Rosie: Für mich ist ein einziges Freibad für eine ganze Stadt wie Wuppertal unvorstellbar. Wir müssen schließlich auch bedenken, das Wuppertal geographisch sehr weitläufig ist. Wie sollen denn Leute aus Beyenburg nach Vohwinkel zum Frühschwimmen fahren? Da beklagen sich alle, dass die Kinder und Jugendlichen fast nur noch vor den Mattscheiben sitzen – und gleichzeitig werden die Bäder dichtgemacht. Die Jugendlichen können doch nirgendwo mehr hin.<br />
Wenn dann beim Schwimmunterricht in den Schulen alle erstmal mit den Bussen quer durchs Tal fahren müssen, wird in Zukunft die eigentliche Schwimmzeit nur noch zehn Minuten betragen. Für manche Schulen wird der Schwimmunterricht ganz wegfallen. Das ist doch irre, deutsche Schüler können nicht schwimmen und die Schwimmbäder werden geschlossen!</p>
<p>Heiner: Freibäder sind wertvolle Orte des Zusammenkommens und der Freizeit, für Jugendliche genauso wie für ältere Menschen, die eine Stadt erst attraktiv und lebenswert machen. Jetzt werden Räume endgültig geschlossen, die auch Schutzräume sind, Räume der Begegnung, wo es Wiesenflächen gibt, auf denen mal ausnahmsweise keine Hunde herlaufen. Schwimmbäder und Sport im allgemeinen sind doch auch wichtige Elemente der Gesundheitsförderung. Die langfristigen Folgekosten, wenn man das aufgibt, sind sicher viel höher als die Einsparungen.<br />
Aber es müssen eben auch attraktive Angebote gemacht werden, damit die Leute kommen. Die Schwimmkrake z.B., die wird von den Kids irrsinnig gut angenommen. Aber wenn die Finanzen so knapp sind, kann man eben nicht viel anbieten. Dabei müssten wir 1000x mehr attraktiv sein, um Jugendliche zu begeistern; das erreichen wir nicht nur durch Breite, sondern vor allem auch Spitzenqualität. Das Angebot muss einfach da sein, und es muss gut sein.<br />
Leider haben wir jetzt schon viele Jugendliche an die Mattscheibe verloren. In der Vergangenheit wurden viel zu wenig Kinder und Jugendliche mitgenommen.</p>
<p>Rosie: Das stimmt so zumindest nicht für alle Projekte. Wenn ich z.B. an die Containeraktion denke (den Theatercontainer vor dem Schauspielhaus), das Angebot z.B. nimmt ziemlich viele junge Menschen mit.</p>
<p>Korinna: Nicht nur das, auch andere von der Schließung bedrohte Bildungsbereiche und Jugendarbeit sind wichtig. Es gibt in Wuppertal so viele Menschen mit verschiedenen Muttersprachen, und es hat sich gezeigt, dass gerade das Theater in der Lage ist, eine gemeinsame Kommunikation zu ermöglichen und diese Menschen zusammenzubringen.</p>
<p>Rosie: Wo wir bei Kommunikation sind: Das Stück „Kontakthof“ vom Tanztheater Pina Bausch, das mit Jugendlichen ab 14 Jahren einstudiert wurde, hat es sehr gut geschafft, Kinder zusammenzubringen und zu schulen, und jetzt ist das eine tolle Truppe. Die Kinder haben Spaß daran und finden zu mehr Selbstbewusstsein.</p>
<p>Christian: Das ist eben das Drama: Da gibt es ein paar ganz zarte Pflänzchen, neue Projekte, die richtig gut sind und angenommen werden und für die Stadt wichtig sind. Wenn das jetzt erstmal platt gemacht ist, kann man das in Zukunft nicht einfach wieder aufleben lassen. Dann gibt es so etwas einfach nicht mehr.<br />
Deswegen dürfen die Schließungen einfach nicht stattfinden. Was hat die Stadt Jugendlichen denn dann noch zu bieten?!</p>
<p>Rosie: Die JVA!</p>
<p>Frage: <em>Ist das die Zukunftsvision für Wuppertal, so düster?</em></p>
<p>Heiner: Das gerade ist nur der Anfang. Wer sagt denn, dass es nicht noch weiter geht mit den Sparmaßnahmen? Als erstes fallen kulturelle Einrichtungen und Schwimmbäder.</p>
<p>Korinna: Für mich geht es nicht nur um junge Leute; auch <em>ich</em> <em>selbst</em> will dann und wann ins Theater oder Schwimmbad gehen können. Ich bin vor Jahren nach Wuppertal gezogen und finde, dies ist eine wirklich lebenswerte Stadt. Bis jetzt. Und für mich gehört ein breites kulturelles Angebot zu einer lebenswerten Stadt dazu.  Wenn nun genau daran gespart wird, dann überlege ich, ob ich nicht doch woanders  wohnen soll.</p>
<p>Christian: Mir geht es da ähnlich. Ich gehe z.B. mit meinem Sohn im Sommer gerne in Mirker Freibad, das ist bei uns in der Nähe. Wenn das Bad geschlossen wird, kann ich nirgendwo mehr schwimmen gehen.</p>
<p>Frage: <em>Welche Vorschläge habt ihr? Was müsste Wuppertal oder was müssten die WuppertalerInnen machen, damit es der Stadt besser geht?</em></p>
<p>Korinna: Investieren statt sparen. So macht man es doch, wenn man etwas erhalten will.</p>
<p>Rosie: Vor allem bei Bildung und Jugend.</p>
<p>Christian: Man kann doch beobachten, dass genau die Städte wachsen, wo die Kreativität sehr hoch ist. Wenn nur noch in Materie investiert wird, in Prestige- und Leuchtturmprojekte wie z.B. in den Döppersberg, dann nützt das einer Stadt nichts. Es wird jetzt ein prächtiges neues Tor zur Stadt gebaut, aber hinter diesem prächtigen Tor ist nur noch eine arme, leblose Stadt.</p>
<p>Korinna: Eigentlich habe ich gegen ein prächtiges Tor nichts einzuwenden, aber das ist ja ein Witz, wenn nichts dahinter ist.</p>
<p>Heiner: Es ist ja nicht so, dass die WuppertalerInnen alle so arm wären. Wir geben viel Geld aus. Es wäre wichtig, dass die Menschen in Wuppertal, denen es etwas besser geht, dass die sich mit ihrer Stadt solidarisieren und identifizieren. Leider geht die Solidarität hier den Bach runter.</p>
<p>Korinna: Ja, das finde ich auch. Aber das Problem ist, dass die Politik, statt unterstützend zu sein, einem Bürgerengagement eher Steine in den Weg legt, wie im Fall der Fahrradtrasse zu sehen war. Die KommunalpolitikerInnen arbeiten da nicht für uns, aber sie müssten für uns arbeiten, sie sind für uns da, nicht umgekehrt; sie sind die gewählten Vertreter unserer Interessen. Gerade jetzt müssten sie durchsetzten, dass z.B. der Solibeitrag für den Aufbau Ost,  für den Wuppertal Schulden macht und Zinsen zahlt, nicht weiter bezahlt wird. Vielleicht brauchen die Kommunalpolitiker sogar mehr Druck von unten, damit die glaubhaft an nächst höherer Stelle vermitteln können, dass es so nicht weitergeht.</p>
<p>Christian: Was das Theater angeht, ich finde schon, dass es sehr viel Solidarität unter den Wuppertalern gibt. Die Menschen hier solidarisieren sich sehr stark mit uns, manche sind heute aus Solidarität hier, die waren seit zehn Jahren nicht im Theater. Das baut auf jeden Fall Druck auf.</p>
<p>Rosie: Ja, aber wenn dann der Arbeitgeber oder die Stadtspitze sagt: `Ihr werdet euch nicht an Protesten beteiligen´ &#8211; dann wird’s schwierig. Einerseits wird uns gesagt, wir sollen protestieren, aber wenn es dann gegen die Sparpläne der Stadt geht, dann dürfen wir doch nicht.</p>
<p>Heiner: Deshalb halte ich es für wichtig, dass wir uns mehr vernetzten. Wir müssen auch untereinander solidarisch sein und uns gegenseitig unterstützen.</p>
<p>Christian: Vor allem dürfen wir uns nicht auseinanderdividieren und gegeneinander ausspielen lassen. Ganz wichtig ist mir, dass es eine Solidarität auch mit anderen bedrohten Einrichtungen gibt, die vielleicht weniger im Blickpunkt sind.</p>
<p>Heiner: Wobei ich schon der Meinung bin, dass wir schon auch sparen sollten und auch in der Lage sind, in verschiedenen Stellen sparsamer und effektiver zu sein. Da muss man eben kreativ werden, sich gesundschrumpfen, wo es sich anbietet. Was aber meiner Auffassung nach gar nicht geht ist, Einrichtungen einfach zu schließen..</p>
<p>Rosie: Na ja, tatsächlich ist es ja so dass sowieso immer an den falschen Stellen gespart wird. Ich denke, wir müssen vom Stadtrat verlangen, mit dem Nonsens aufzuhören und sich dem HSK einfach zu verweigern.</p>
<p>Korinna: Wichtig ist jedenfalls, dass wir uns jetzt wehren, dass die Menschen endlich merken, es brennt! und wer jetzt nicht aufsteht, hat verloren.</p>
<hr size="1" /><a href="#_ftnref1">[1]</a> <em>Namen geändert und der Redaktion bekannt</em></p>
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